[Ausflugstipp] Tropenaquarium Hamburg

copyright: Denise Bartels

Einer dieser Tage – der Himmel grau in grau – und ich überlegte mir ernsthaft ob Norddeutscher Sommer überhaupt Sommer genannt werden darf. Draußen war es kühl und meine Stimmung auf dem Nullpunkt. Lustlos surfte ich im Netz und kam mal wieder auf die Seite des Tropenaquariums. Seufzend klickte ich mich durch die Bilder und dachte mir „ist bestimmt nicht barrierefrei“ als ich in der  Besucherinformation ganz oben das Rollstuhlsymbol sah. Neugierig habe ich mir die Information durchgelesen und spontan beschlossen, mir das vor Ort anzuschauen. Viele Betreiber werben ja mit „barrierefrei“ oder „behindertengerecht“ und letztlich stellt man vor Ort fest, dass alles leere Versprechungen waren.

Mit der Nordbahn bin ich von Elmshorn nach Hamburg gefahren und dann mit der U2 weiter bis „Hagenbecks Tierpark“. Dort sah ich erstmal die Treppen die nach oben führten und meckerte innerlich schon vor mich hin – bis …  ich ein Stück weiter den Lift fand. Sehr zufrieden fuhr ich mit dem Lift nach oben und tadaaa .. einem Besuch im Tropenaquarium stand nichts mehr im Weg.

Schon beim Kartenkauf war ich positiv überrascht – sehr freundliche Kassiererin, die nicht drängelte als es mit Rollator nicht so schnell ging wie ich gern wollte. Und mit der Budnicard sparte ich auch noch 2€. Ich beschloss, dieses Geld in einen Kaffee zu investieren falls das Restaurant im Tropenaquarium wirklich gut mit dem Rollator erreichbar sein sollte.

Der Eingang war schnell geschafft dank einer Rampe die neben den Treppen in Schlangenlinien herlief. Ich frage mich wirklich immer wieder wieso nicht ausschließlich Rampen gebaut werden anstelle von Treppen. Rampen kann jeder nutzen – Treppen sind für Menschen mit Rollator/Rollstuhl oder Kinderwagen nicht nutzbar.

 Im Eingangsbereich konnte ich meine Rollatortasche in einem Schließfach verstauen und dann gings los – in eine ganz andere Welt. Mein erster Eindruck war „endlich warm“ und dann sah ich schon die süßen Kattas die ganz nah herankamen. Ich saß mit meinem Rollator mittendrin und genoss es, den kleinen Kobolden zuzusehen.

copyright: Hagenbeck

Mit skeptischem Blick schaute ich die schmalen Wege an aber … ganz entgegen meiner Befürchtungen waren die Wege sehr gut machbar. Sie waren breit genug, dass ich mit dem Rollator auch mal stehenbleiben konnte und andere Menschen an mir vorbeigehen konnten.

 

copyright: Hagenbeck

 Überrascht stellte ich fest, dass es für Rollifahrer auch Aufzüge gab mit denen ich auf die Aussichtsplattform fahren konnte und entspannt eine kleine Pause einlegen konnte. Es gab viel zu schauen …

copyright: Lutz Schnier

 

copyright: Hagenbeck

 Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit dem Aufzug in den Aquarienbereich. Auch im Aquarienbereich war viel Platz und nirgends Stufen. Mit dem Rollator kam ich überall hin und konnte ungestört alles anschauen.

 

copyright: Hagenbeck

 Sehr positiv fielen mir die vielen Notrufknöpfe ins Auge, die überall auf dem Weg waren. Schon fühlte ich mich ein wenig sicherer und hatte  den Eindruck, auch als Behinderter willkommen zu sein. Hier hatte sich wirklich jemand Gedanken gemacht, damit Menschen mit Handicap auch selbständig das Tropenaquarium besuchen können.

 

copyright: Hagenbeck

 Nach einer langen (sehr langen) Pause vor dem Haibecken – mein persönliches Highlight –  fuhr ich mit dem Aufzug ins Selbstbedienungsrestaurant.

Meine Befürchtungen, dass hier bestimmt versteckte Stufen oder Türschwellen lauern würden zerschlugen sich sehr schnell. Das Restaurant ist sehr hell, sehr geräumig und …. absolut barrierefrei! Ich war und bin immer noch begeistert. Im Restaurant hatte man übrigens auch eine Rampe verbaut über die man zu einigen Tischen gelangen konnte, die ein wenig abseits waren. Ich finde, so könnte man doch überall die Probleme lösen .. Rampen … die jeder nutzen kann … Kinder spielten Fangen darauf … mehrere Gäste mit Rollatoren nutzten die Rampe und niemand störte sich daran. Ich setzte mich und genoss die Normalität, die ich in diesem Umfang nur selten in öffentlichen Gebäuden und Ausflugszielen finde.

                                                                                                       

copyright: Hagenbeck

 

Zum Abschluß muss ich noch erwähnen, dass es natürlich auch eine Behindertentoilette gibt, die ich allerdings nicht nutzen musste, deshalb kann ich sie nicht beurteilen.  Alles in allem war der Besuch mein persönliches Highlight des letzten halben Jahres. Ich werde sicher noch oft wiederkommen – evlt sogar mit einem Jahresticket.

 

 Meine Bewertung zur Barrierefreiheit:

 10 von 10 Sternen!

 Sehr empfehlenswert!

 

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